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Stadtplan Barth
Landkreis Vorpommern-Rügen · Mecklenburg-Vorpommern
- Postleitzahl
- 18356
- Telefonvorwahl
- 038231
- Kfz-Kennzeichen
- NVP
- Landkreis
- Vorpommern-Rügen
- Kreis bis 2011
- Nordvorpommern
- Koordinaten
- 54,3646° N · 12,7262° O
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Stadtpläne und Reiseführer
Barth ist eine Kleinstadt im Landkreis Vorpommern-Rügen. Sie liegt mit ihrem Stadthafen am Südufer des Barther Boddens. Der Bodden gehört zur Darß-Zingster Boddenkette und trennt Barth von der Halbinsel Zingst. Nach Zingst im Nordnordwesten sind es rund 8 km Luftlinie, nach Stralsund im Ostsüdosten rund 24 km.
Geschichte
Eine Urkunde des Rügenfürsten Jaromar II. von 1255 nennt Barth bereits als Stadt. Jaromar überließ ihr darin Land, das sie nach lübischem Recht besitzen sollte. Herzog Bogislaw XIII. von Pommern gründete 1582 in Barth eine fürstliche Druckerei. Dort erschien 1588 die Barther Bibel, eine Lutherbibel in mittelniederdeutscher Sprache. Mit Vorpommern kam Barth 1648 an Schweden und 1815 an Preußen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Barth zu einem Standort des Schiffbaus und der Reedereien.
Ab Mitte der 1930er-Jahre war Barth Garnisonsstadt der Luftwaffe, mit Fliegerhorst und Flakartillerieschule. Außerdem entstand ein Munitionswerk. 1940 wurde bei Barth das Stalag Luft I eingerichtet, ein Kriegsgefangenenlager für Flieger der westlichen Alliierten. Bis zum Frühjahr 1945 stieg die Zahl der Gefangenen auf über 9.000. Ab November 1943 bestand auf dem Fliegerhorst ein Außenlager des KZ Ravensbrück. Die Häftlinge, Frauen und Männer aus mehr als 20 Ländern, mussten dort Flugzeugteile für den Heinkel-Konzern herstellen. Viele von ihnen starben oder wurden ermordet. Seit 1966 erinnert ein Mahnmal an die Opfer des Lagers.
Stadtbild
Die Kirche St. Marien ist eine Hallenkirche der Backsteingotik, ihr Turm ist 80 Meter hoch. Von der alten Befestigung sind das Dammtor und der Fangelturm erhalten. Das Dammtor ist das letzte von ursprünglich vier Stadttoren. Der heutige, 35 Meter hohe Torturm stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Auf dem Gelände des mittelalterlichen Hospitals St. Jürgen eröffnete 2001 das Niederdeutsche Bibelzentrum St. Jürgen. Heute heißt es Bibelzentrum Barth und zeigt die Barther Bibel.
Der Name Vinetastadt
Den Beinamen „Vinetastadt“ führt Barth seit Ende der 1990er-Jahre. Damals vertraten die Berliner Forscher Klaus Goldmann und Günter Wermusch die These, Vineta habe bei Barth gelegen. Nach der Sage ging die Stadt wegen des Hochmuts und der Verschwendung ihrer Bewohner in einer Sturmflut unter. Ob die Sage einen historischen Kern hat und wo Vineta gelegen haben könnte, ist umstritten. Neben Barth werden vor allem Wollin an der Odermündung und Koserow auf Usedom genannt.